{"id":467,"date":"2017-03-02T18:06:45","date_gmt":"2017-03-02T17:06:45","guid":{"rendered":"http:\/\/rhoenklub-dipperz.de\/?page_id=467"},"modified":"2019-10-05T21:13:35","modified_gmt":"2019-10-05T19:13:35","slug":"besuch-taubblindenheim","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rhoenklub-dipperz.de\/index.php\/besuch-taubblindenheim\/","title":{"rendered":"Besuch Taubblindenheim"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Rh\u00f6nklubsenioren besuchen das Taubblindenheim<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Wanderprogramm f\u00fcr den April 2011 stand der Besuch des Taubblindenheimes im Hilderser Ortsteil Steinbach. In Fahrgemeinschaften machen sich 23 Rh\u00f6nklubfeunde auf den Weg nach Rupsroth zum dortigen B\u00fcrgerhaus. Von dort beginnt bei fr\u00fchlingshafter Witterung die Wanderung Richtung Steinbach entlang der ehemaligen Bahnstrecke, auf der heute zur Freude der Radfahrer der Milseburgradweg verl\u00e4uft. In der N\u00e4he des Ziegenhofes \u2013 landl\u00e4ufig als Moosthof genannt &#8211; werfen wir einen Blick auf das Basaltwerk der Firma N\u00fcdling. Wanderf\u00fchrer Bernhard Weber gibt einen kurzen Abriss \u00fcber die Entstehungsgeschichte dieses Betriebes und der Rh\u00f6nbahn.<\/p>\n<p>An dieser Stelle soll auch einmal dar\u00fcber an Hand der Chronik der Familien N\u00fcdling berichtet werden. Die Kurzform des Firmennamens lautet FCN und bezeichnet damit den Firmengr\u00fcnder Franz Carl N\u00fcdling. Er stammte aus Liebhards und wurde dort 1859 geboren. Sein Vater war Leinwandh\u00e4ndler, Gastwirt und Brauereibesitzer und unterhielt eine Landwirtschaft. Die Gastwirtschaft hat er schon im Alter von 21 Jahren \u00fcbernommen. Sein Vater war fr\u00fch verstorben. Parallel zur Gastwirtschaft und Brauerei hatte er au\u00dferdem einen Wirtschaftsbetrieb f\u00fcr Bahnarbeiter, da um diese Zeit die Eisenbahnstrecke Fulda \u2013 Hilders entstand.<\/p>\n<p>Ihr Bau wurde 1886 begonnen und bis zum Jahr 1889 bis Bieberstein fertig gestellt. Von der Erschlie\u00dfung der Rh\u00f6n durch die Eisenbahn versprachen sich die Bewohner sehr viel, n\u00e4mlich Verdienstm\u00f6glichkeiten durch die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe und schlie\u00dflich auch durch den Fremdenverkehr sowie die Anbindung an andere Wirtschaftsr\u00e4ume. N\u00fcdling hatte sehr bald die Vorteile von Eisenbahnlinien in der Rh\u00f6n erkannt und blieb zun\u00e4chst bei dem ihm eigenen Metier, der Gastronomie. So plante und baute er direkt an der Eisenbahn beim Bahnhof Milseburg das Hotel Milseburg, das 1892 er\u00f6ffnet wurde und bekanntlich heute noch besteht. 1889 war die Bahnstrecke zwischen Bieberstein und Hilders zum Laufen gekommen. Dies war der schwierigste Abschnitt, weil der 1172 m lange Tunnel unter der Oberbernhardser H\u00f6he errichtet werden musste.<\/p>\n<p>Im Jahr 1896 erweiterte N\u00fcdling seine Gastronomie, in dem zus\u00e4tzlich die H\u00fctte auf der Milseburg vom Rh\u00f6nklub pachtete.<\/p>\n<p>Durch die zunehmende industrielle Entwicklung, den Eisenbahnbau und den gestiegenen Bedarf an Verkehrswegen sah sich N\u00fcdling best\u00e4rkt, Schottersteine zu produzieren. So heuerte er um das Jahr 1901 Kuh- und Pferdegespanne, die von den steinreichen Huten in der Gegend von Rupsroth zur Eisenbahnstrecke gefahren und dort von Hand zu Schotter zerkleinert in Waggons verladen wurden. Wenige Jahre sp\u00e4ter kaufte er von der Gemeinde Rupsroth ein Grundst\u00fcck am Kesselkopf zur Anlage eines Steinbruches. Dies waren die Anf\u00e4nge der Firma N\u00fcdling, die heute \u00fcber mehrere Steinbr\u00fcche und Betonwerke verf\u00fcgt und in der 4. Generation gef\u00fchrt wird, deren Gr\u00fcnder Gastronom und Steinbruchsbesitzer war. Der Firmensitz befindet sich in Fulda in der Ruprechtstra\u00dfe<\/p>\n<p>1986 wurde die Bahnstrecke nach nahezu 100 Jahren still gelegt.<\/p>\n<p>Der Wanderweg geht jetzt Richtung Steinbach durch das idyllisch gelegene Wochenendhausgebiet, wo sich auch das Taubblindeheim befindet. Im Dritten Reich war in diesem Bereich ein Arbeitsdienstlager.<\/p>\n<p>Wir werden von der Heimleiterin, Frau G\u00f6bel, herzlich begr\u00fc\u00dft, die uns \u00fcber die Besonderheit, die Gr\u00f6\u00dfe und Ausstattung des Hauses eindrucksvoll berichtet und durch die Einrichtung f\u00fchrt. Das Heim, welches den Namen Herbert Nellesen tr\u00e4gt, wurde 1971 als Wohnheim f\u00fcr Menschen mit einer Sinnesbehinderung (taub und\/oder blind) eingeweiht. Tr\u00e4ger ist die Caritas. Seit 1995 ist es daneben auch eine sogenannte allgemeine Pflegeeinrichtung. Das Haus bietet 36 Personen in jeweils einem Einzelzimmer Platz. Die Nutzung der Gemeinschaftsr\u00e4ume, wie Speiseraum, Aufenthaltsraum, Kapelle usw. sollen den Senioren eine unbeschwerte Lebensqualit\u00e4t garantieren. Wie wir feststellen k\u00f6nnen, ist die Einrichtung kontrastreich gestaltet. Dies gilt besonders f\u00fcr die Handl\u00e4ufe und T\u00fcren, die mit abtastbaren\u00a0 Zimmernummern und abtastbaren Pfeilen auf den Handl\u00e4ufen im Park zu finden sind. Dadurch kann sich jeder sicher und selbst\u00e4ndig im Haus und Garten bewegen. Es gibt z. B. spezielle Gesellschaftsspiele in Blindenausf\u00fchrung, B\u00fccher in Blindenschrift. Alle Mitarbeiter verf\u00fcgen \u00fcber Kenntnisse in der Geb\u00e4rdensprache. Ferner beherrschen sie das Tastalphabet \u201eLormen\u201c. In der Vorf\u00fchrung k\u00f6nnen wir ermessen, welche besondere Betreuung den Bewohnern in diesem besonderen Haus zu Teil wird. Zum Schluss versammeln wir uns in der Kapelle, in der ein Heimbewohner zuf\u00e4llig dazu kommt und das \u201eGro\u00dfer Gott wir loben Dich\u201c anstimmt, in das wir gemeinsam mit einstimmen.<br \/>\nDer Besuch war ein beeindruckendes Erlebnis und erf\u00fcllte jeden mit einer besonderen Dankbarkeit.<br \/>\nAuf dem R\u00fcckweg nach Rupsroth erfolgt noch ein kurzer Besuch bei der dortigen Grotte.<br \/>\nIn den Milseburgstuben in Danzwiesen erwarten uns verschiedene Sorten Kuchen mit dem dazu passenden Getr\u00e4nk.<br \/>\nDie Bilder zeigen den Altarraum der Kapelle und die Gruppe mit der Heimleiterin und einem Bewohner.<br \/>\nText und Fotos: Bernhard Weber<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Rh\u00f6nklubsenioren besuchen das Taubblindenheim Auf dem Wanderprogramm f\u00fcr den April 2011 stand der Besuch des Taubblindenheimes im Hilderser Ortsteil Steinbach. 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